Vom Kurfürstlichen Dach gebloggt

Es muss schon ein seltsamer Anblick für aussenstehende Besucher gewesen sein. Über 20 mit Smartphones und Tablets bestückte Blogger, die auf dem Dach des Neuen Schlosses Schleißheim über feuchte und morsche Holzbalken lustwandelten..

Denn die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung hat zusammen mit der Kultur- und Museumsbloggerin Tanja Praske zu einem kurfürstlichen Besuch der besonderen Art geladen. Nachdem sie bereits im vergangenen Jahr die „digitale Elite“ erfolgreich durch Schloss Nymphenburg und seine Parkanlagen lustwandeln ließen war klar, dass dieses Ereignis nicht einmalig bleiben würde.

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Lockte Nymphenburg durch seinen malerischen Reiz, so dominierte und faszinierte in Schleißheim die geometrische Strenge und der Pomp. Das im 18. Jahrhundert unter Kurfürst Max Emanuel um das Alte Schloss entstandene Ensemble beeindruckte auf den ersten Blick durch seine schiere Pracht. Doch glücklicherweise wurden wir Blogger nicht mit den auf uns einstürmenden Eindrücken alleine gelassen. Dank sachkundiger Begleitung durch die Mitarbeiter der Schlösserverwaltung blickten wir teilweise sehr tief in die Geheimnisse hinter den barocken Fresken und Deckenmalereien. Geheimnisse, die natürlich wie geplant sofort ihren Weg via Twitter und Instagram in die weite Welt fanden.

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Manche Erläuterung fiel – obwohl sehr spannend – dann doch etwas zu ausführlich aus. Auch, weil man doch viel zu sehr damit beschäftigt war, die Erlebnisse in Wort und Bild den Lustwandlern auf der ganzen Welt mitzuteilen. In den drei Stunden blieb daher nur wenig Zeit um die recht komplexen Anlage vollständig zu erforschen. Dennoch war der Besuch ein schöner Appetizer, der Lust auf weitere Schlossbesuche machte.

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Nicht alles ist mehr Original. Wo einst eine Fontäne für Verzauberung sorgte, steht heute nur noch eine Fächerpalme im Blumenkübel. Dennoch ist der Schlosspark wie geschaffen zum Lustwandeln.

Zu den Highlights dieses samstäglichen Lustwandelns gehörte auf jeden Fall der Besuch im Dachstuhl und das balancieren auf dem Aussendach des Neuen Schlosses. Äusserst sehenswert war auch der Obstgarten mit seinen alten Apfelsorten, die heute kein Mensch mehr kennt, die dafür aber umso besser schmecken, samt Hofverkauf; und natürlich die Verkostung des zu (Zwetschgen)Geist gewordenen Blauen Kurfürsten. Diesen Titel haben ihm übrigens die Türken verpasst, da er als Kriegsherr stets blau gewandet war.

Nur zu gerne hätte ich mehr von der beeindruckenden Gartenanlage erwandert und auch das Alte Schloss sowie Schloss Lustheim erkundet. Aber ein weiterer Besuch ist fest eingeplant.

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Lauschen und Twittern auf dem Dachstuhl des neuen Schlosses Schleissheim
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Optisch nicht dem heutigen Geschmack entsprechend. Aber ein Genuss.
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Jedem Blogger sein Apple. Selbstverständlich wurden die alten Sorten aus dem kurfürstlichen Obstgarten einer Geschmacksprobe unterzogen. Und ich kann nicht sagen was besser war – das Obst oder die daraus entstandenen Schnäpse.
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Wer selbst mal auf den Geschmack kommen will, für den bietet der Hofladen eine Auswahl Gaumenfreuden aus dem alten Obstgarten an.
Schnaps, das war ihr letztes Wort…. Zum Abschluss gab es im Keller des Schlosses den Geist des Kurfürsten in Flaschen gefüllt zum probieren. Hervorragend!

Mein Dank geht auf an Tanja Praske für die Organisation, an die wunderbaren Mitarbeiter der Schlösserverwaltung für ihre profunden Kenntnisse sowie an den Blauen Kurfürsten Max Emanuel, dem wir diese Pracht zu verdanken haben.

Was die anderen Lustwandler so erlebt haben? Hier bei Tanja Praske werdet ihr fündig (gaaaanz nach unten scrollen). Dort findet ihr auch ein Storify mit allen Tweets zum #Lustwandeln.

8 Kommentare

  1. Gesine Zenker sagt:

    Hallo Peter,

    vielen Dank, dass du deine Eindrücke in diesen schönen Beitrag verpackt hast. Beim nächsten Tweetwalk könnten wir den Hashtag “Lustwandeln” eventuell durch den Hashtag “MenschendieaufDächernstehen” erweitern. Es gibt in den Objekten der Bayerischen Schlösserverwaltung noch eine Menge Dächer auf denen man stehen kann – welche wurden sogar extra dafür gebaut.

    Ein herzliches Dankeschön, dass du mit uns durch Schleißheim gelustwandelt bist!

    Liebe Grüße
    Gesine von der Schlösserverwaltung

    1. Hallo Gesine, eine wunderbare Idee mit dem neuen Hashtag 🙂 Und welche Dächer wurden eigens für das darauf Rumstehen gebaut?

      1. Gesine Zenker sagt:

        Hallo Peter,

        die Amalienburg im Nymphenburger Schlosspark wurde als Jagdschlösschen erbaut und hat auf dem Dach einen kleinen Schießstand. Von dort aus hat man damals Fasanen gejagt. Wenn man es auf die Plattform geschafft hat – der Aufstieg erfordert eine gewisse Sportlichkeit und festes Schuhwerk –, hat man eine sehr schöne Aussicht über den Schlosspark.

        Liebe Grüße

        Gesine

      2. Danke für den Tipp. Das mit der Fasanenjagd hatte ich schon bei der Führung durch Nymphenburg erfahren. Ich nehme an, der Zugang zum Dach ist nicht öffentlich?

      3. Gesine Zenker sagt:

        Um auf die Plattform zu kommen, muss man so manche staubige und enge Räume passieren, daher ist die Plattform leider nicht öffentlich zugänglich. Vielleicht ist das ein kleiner Trost: von unten kann man den Schießstand sehen.

      4. Tja, vor den Jagderfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Bei meinem nächsten Nymphenburgbesuch werde ich mir den Schießstand mal ansehen.

  2. Lieber Peter,

    vielen herzlichen Dank für den feinen Bericht vom #Lustwandeln! Es freut mich sehr, dass du erneut dabei warst und deine Eindrücke wort- und bildreich am Tag des Events und jetzt danach hier festgehalten hast.

    Ja, es waren viele Informationen, die unsere vier Fachleute der Bayerischen Schlösserverwaltung vermittelt haben, garniert mit wunderschönen Impressionen, im geheimen und im öffentlichen Raum. Wenn wir bei dir die Lust auf weitere Entdeckungen wecken konnten, so ist unser Wunsch erfüllt. In der Tat gibt es hier noch viele spannende Geschichten, die wir noch nicht erzählt haben. Das Thema Wasser oder die Jagd …

    Alles Gute und nochmals Danke!

    Schönen Wochenstart!
    Herzlich,
    Tanja Praske

  3. […] auf „Stadtrandblog“: „Vom Kurfürstlichen Dach gebloggt“ […]

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