Oper für alle? Lady Macbeth und die #AkteMzensk

Da hat sich die Bayerische Staatsoper etwas sympathisches ausgedacht.

Zur Premiere von Schostakowitschs Lady Macbeth am 28. November, geht die Staatsoper einen besonderen Weg um auf ihre Produktion aufmerksam zu machen. Schon die Ankündigung auf der Homepage macht Appetit auf mehr.

Die 1934 in Leningrad uraufgeführte Oper Lady Macbeth von Mzensk schildert den Versuch einer Selbstverwirklichung, der im Verbrechen endet und vier Menschen das Leben kostet. Schostakowitsch erzählt diese Geschichte mit einer unerhörten Musik, die brodelt und glüht und knallt. Katerinas Kampf um ein glücklicheres Leben schließt das Verlangen nach sexueller Erfüllung ein – und die drastische Darstellung dieses Moments führte zum langjährigen Verbot der Oper in der Sowjetunion, ein Verbot, das den Komponisten beinahe ins Lager gebracht hätte.

Ein Kriminalfall also. Und wer kennt sich in München besser damit aus, als der beliebte Tatort Kommissar Leitmayr? Das hat sich wohl auch die Staatsoper gedacht und den Schauspieler Udo Wachtveitl aka Leitmayr geholt, um ihn in die Oper einführen zu lassen.

Harter Tobak sei diese Geschichte, erzählt er den neugierig gewordenen Zusehern in seinem Video. Katerina Ismailowa – eine Frau voll Lebenslust und Liebesverlangen, die drei Menschen und am Ende sich selbst tötet – eigentlich ein Fall für die Kriminalpolizei, wie er findet.

In sieben weiteren Folgen ihres V-Logs wird die Staatsoper auf Spurensuche gehen und nach und nach alle Geheimnisse um Lady Macbeth lüften.

Mir gefällt dieser Ansatz und ich könnte mir vorstellen, dass damit ein anderes Publikum neben den klassischen Opernbesuchern angesprochen werden kann. Am kommenden Sonntag, den 20. November erscheint das nächste Video auf dem Blog der Staatsoper.

Ich bin gespannt und freue mich schon auf die nächste Folge.