Where are the clouds? Let it snow!

Update 20.1.16

Die frühlingshaften Temperaturen sind Vergangenheit – inzwischen konnten die Schneekanonen ihre Arbeit aufnehmen. Große und kleine Besucher bestaunen zusammen mit zahlreichen Hunden die sich laufend verändernde, aquarell-bunte Schneelandschaft, die bei näherer Betrachtung an Kreationen aus einer Eisdiele erinnert.

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Surreale Schneelandschaft vor der Alten Pinakothek

 

Die Wiese auf dem Kunstareal vor der Alten Pinakothek ist seit Anfang Januar 2016 um eine Attraktion reicher.  Drei riesige gelb-weisse Gebläse stehen auf dem grünen Rasen, recken ihre  Nasen in den Himmel und Passanten fragen sich, ob das wohl Kunst sei.

Die Antwort ist einfach – es ist tatsächlich Kunst. Nämlich der Auftakt zu Kunst im öffentlichen Raum 2016. Dieses Jahr unter dem Motto „München dezentral“.

Der Südtiroler Künstler Phillip Messner will vor der Pinakothek surreale Winterlandschaften erschaffen. Und dazu benötigt er diese imposanten Gebläse, bei denen es sich um herkömmlichen Schneekanonen handelt, wie sie in alpinen Skigebieten zur Pistenbeschneiung eingesetzt werden.

Um seine Winterlandschaft – „Clouds“  nennt er sein Happening – zu realisieren, fehlt Phillip Messner dieser Tage jedoch eine entscheidende Zutat. Nämlich Minusgrade. Denn ohne die bleiben seine Schneemaschinen vorerst bloß nutzlose Skulpturen.

Nutzlose Skulptur oder Teil des Happenings?
Nutzlose Skulptur oder Teil des Happenings?

Pech für den Künstler? Nein, erklärt er schmunzelnd bei der Vorstellung seines Projekts Clouds. „Wir können die Natur nicht überlisten“, und genau das möchte er mit Clouds auch deutlich machen. Unseren Glauben daran, dass wir die Natur unter Kontrolle haben, will er mit dem Aufzeigen dieses Kontrollverlusts deutlich machen. Bleiben die Schneemaschinen daher bloße Statisten? Falls die Temperaturen wirklich unter Null sinken kommen sie zum Einsatz. Doch auch hier hat Phillip Messner eine Überraschung parat. Gespeist werden die Kanonen mit Lebensmittelfarbe gefärbten Wasser, rot grün und blau wird der Schnee dann glitzern, sobald es kalt genug ist.

Ein Spiel aus Künstlichkeit und Realität soll sich durch die „malerische“ Schneelandschaft entwickeln. 30 bis 60 Meter weit werden die Schneekanonen ihre bunte Pracht zwischen der Alten Pinakothek und der Hochschule für Film und Fernsehen. Der Betrachter soll mit eigenen Augen erkennen, dass „Schnee letztendlich artifiziell und ein Surrogat der Natur ist.“

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Phillip Messner (blaue Jacke) erläutert mit Kulturreferent Dr. Küppers (rechts) sein kritisch-absurdes Projekt „Clouds“ der Presse.

Doch nicht nur mit den Augen erkennen sollen Besucher die Künstlichkeit, sondern sie auch am Leibe erfahren. Das heisst – wenn der Schnee kommt – ist jeder eingeladen ihn auf seine Weise zu erfahren. Ob mit Langlaufskiern, beim Schneemannbauen oder bei einer Schneeballschlacht – „Clouds“ lebt als Kunst im Öffentlichen Raum von der Interaktion mit dem Betrachter.

„Öffentliche Kunst ist demokratische Kunst“, erinnert Kerstin Möller vom Kulturreferat. „Sie ist für alle erfahrbar, ob sie wollen oder nicht.“ Und: „Es gibt keine riskantere Kunst, als die im öffentlichen Raum.“

Wer mehr über Phillip Messner und „Clouds“ erfahren möchte, hat dazu bei einem Künstlergespräch am Samstag, 23. Januar um 11 Uhr, im 5. Stock des Vorhoelzer Forum der TU München Gelegenheit.

 

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Selbst das Wasser aus dem Hydranten ist zu warm. Ein Kühlturm (rechts) bringt das Wasser auf Schneetaugliche Temperaturen.